Kampanien

Kontrastreiche Landschaft mit archäologischen Fundstätten

Kampanien hat eine Ausdehnung von 13.595 km² und fast sechs Millionen Einwohner, die sich größtenteils im Ballungsgebiet rund um Neapel konzentrieren. Die aus mehreren sehr verschiedenen Provinzen (Avellino, Benevento, Caserte, Neapel und Salerno) bestehende Region Kampanien bietet eine kontrastreiche Landschaft (von den Küstenebenen rund um den Vesuv bis zu den urwüchsigen Bergen im Landesinneren) und lässt sich bei weitem nicht nur auf die archäologischen Fundstätten von Pompeji und Herculaneum oder die Inseln Capri und Ischia reduzieren.

Die ursprünglich seit dem 8. Jahrhundert vor Christus von den Griechen und den Etruskern kolonialisierte Region Kampanien entwickelte im Laufe der Jahrhunderte eine besonders raffinierte Lebensart, die in Pompeji ihr ebenso ausdrucksstarkes wie vergängliches Symbol fand. Anstatt unterzugehen, wurde sie seit der Antike weiter gepflegt und ihr Erbe spiegelt sich noch heute in Gastronomie und Weinkultur wider.

“Dieses ist also das schöne, reiche, selige Kampanien, das man, seitdem es so bekannt ist, zum Paradiese erhoben hat (…) Es ist wahr, das sogenannte Kampanertal ist von allem was ich in der Alten und Neuen Welt bis jetzt noch gesehen habe, der schönste Platz, wo die Natur alle ihre Gaben bis zur höchsten Verschwendung ausgegossen hat”. So schrieb der deutscher Schriftsteller und Dichter Johann Gottfried Seume (1763-1810) im Jahr 1802 auf seinem Spaziergang nach Syrakus.

Aber die italienische Politik nach der Vereinigung 1861 hat die ökonomische und soziale Lage in Kampanien und ganz Süditalien leider deutlich verschlechtert. Hohe Kriminalität ist eine Folge davon. Trotzdem bleibt das sogenannte Mezzogiorno immer ein blühendes Land, in dem seit der Antike die Touristen Sonne und Meer, Wein und Liebe und romantische Traumlandschaften suchen und finden.

Landschaftsbilder, die an atemberaubender Schönheit kaum zu übertreffen sind, archäologische Schätze von unendlichem Wert und Kunst- und Kulturstätten, deren Einzigartigkeit sich kein Besucher entziehen kann: Bei der Beschreibung Kampaniens kommt man zwangsläufig ins Schwärmen. Kampanien ist einfach ein Fest für die Sinne.

Begleiten Sie uns auf einer kleinen Reise durch das wundervolle Mezzogiorno:

Caserta

In der Stadt Caserta, 30 Kilometer nordöstlich von Neapel, erwartet den Besucher neben einem mittelalterlichen Stadtkern und den Resten einer Burg aus dem 9. Jahrhundert der berühmte Königliche Palast (auch das „italienische Versailles“ genannt), erbaut 1751 im Auftrag des Königs von Neapel Karl III. Das königliche Ensemble, das Teil des Welterbes der UNESCO ist, besteht aus einem Palast, einem Theater, einem herrlichen Park und einem pharaonischen Aquädukt, das mit einer Länge von 40 Kilometern fünf Berge über – und drei Täler durchquert sowie aus mehreren Jagdpavillons und einer weitläufigen Anlage zur Seidenherstellung.

Neapel

Wer das erste Mal nach Neapel kommt, wird gefangen genommen von der Lebendigkeit der Bewohner, dem scheinbaren Chaos, den knatternden Vespas und dem sich mehr oder weniger lautstark abspielenden Leben unter freiem Himmel. Lebhafte und gestenreiche Kommunikation gehört zu den Alltagsszenen, die die Besucher der Stadt am Vesuv oft als bleibende Erinnerung mitnehmen.

Neapel verzaubert seine Besucher durch seine besondere Geschichte, die Architektur der Gebäude und die Schönheit des Meeres. Die zahlreichen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten und Museen von Weltrang zählen zu den meistbesuchten Italiens, und das Opernhaus San Carlo macht immer wieder mit beeindruckenden Inszenierungen von sich reden. 1995 wurde die Altstadt Neapels zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Neapel liegt am gleichnamigen Golf von Neapel und ist die Hauptstadt der Region Kampanien. Foto: Pixabay, CC0
Neapel liegt am gleichnamigen Golf von Neapel und ist die Hauptstadt der Region Kampanien. Foto: Pixabay, CC0

In Neapel befinden sich die vier Stadttore Porta Capuana, Porta Nolana, Port’Alba und Porta San Gennaro aus dem 15. bis 17. Jahrhundert.

Sehenswert sind auch der auf einem Hügel gelegene Stadtteil Vomero oder das elegante und grüne Viertel Chiaia-San Ferdinando-Posillipo mit dem Fischerhafen Santa Lucia. Interessant zum Anschauen sind auch die alten Burgen. Die berühmteste von ihnen ist das Castel dell’Ovo, das auf einer Insel beim Stadviertel Borgo Marinaro gelegen ist. Die Insel ist über eine kleine Straße vom Festland aus erreichbar. In der Festung befindet sich ein Museum.

Ebenfalls sehenswert ist das Castello Nuovo, eine majestätische Burg aus dem Jahr 1279, die sich direkt am Hafen befindet. Zu besichtigen sind in der Burg das Museo Civico, die Cappella Palatina mit Skulpturen und Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert sowie eine Sammlung von Silber- und Bronzeobjekten der letzten 500 Jahre. Im Saal der Barone werden die Sitzungen der Kommunalverwaltung von Neapel abgehalten.

Das Castel Sant`Elmo, das Ihnen eine wunderbare Aussicht über die Stadt und den Golf ermöglichen wird, ist auch eine der Festungen, die man als Reiseziel auf seiner Liste haben sollte. In der Nähe von Porta Capuana liegt schließlich das Castel Capuano, seit Jahrhunderten Sitz des Gerichts von Neapel.

Interessant ist ein Ausflug in die Tiefen Neapels. Die Stadt ist auf gelbem Tuffstein erbaut. Dieser wurde bereits in der Antike von den Griechen zum Bau ihrer Tempel und Mauern genutzt. Einige Höhlen dienten als Kult- und Begräbnisstätten. In den folgenden Epochen diente der Tuffstein zum Bau der darüber liegenden Häuser. So ist in mehreren tausend Jahren ein 80 Kilometer langes Labyrinth aus Gängen und Höhlen in circa 40 Metern Tiefe entstanden.

Noch ein wichtiger Hinweis für alle Schlemmer: In Neapel finden Sie die beste Pizza Italiens – zubereitet mit mozzarella di bufala (dt. Büffelmozzarella).

Wenn Sie nicht einfach ins Blaue hinein eine Pizzeria ansteuern wollen, möchten wir Ihnen auch für Neapel einige unserer ausgewählten Geheimtipps mit auf den Weg geben. Die folgenden Pizzerien finden Sie im historischen Stadtviertel Tribunali, zwischen der Piazza Cavour (an der gleichnamigen U-Bahn Haltestelle) und dem Corso Umberto gelegen und können dort die berühmte Pizza von Neapel kosten. Wir empfehlen Ihnen entweder sich Plätze zu reservieren oder dort in den Nachmittagsstunden und nicht gerade zur Mittagszeit vorbeizuschauen.

  • Di Matteo, Via dei Tribunali 94
  • Il Pizzaiolo del Presidente, Via dei Tribunali 121
  • Da Michele, Via Sersale 1/3
  • Sorbillo, Via dei Tribunali 32

Sehr gut ist auch die Pizza von:

  • La Notizia, Via Caravaggio 53/55
  • Pellone, Via Nazionale 93 (in der Nähe des Hauptbahnhofs, Piazza Garibaldi)
  • Lombardi, Via Fora 12 (in der Nähe Metrostation Cavour)
  • Agliara, Piazza Sannazzaro 73 (U-Bahn Haltestelle Mergellina)
  • Trianon da Ciro, Via Pietro Colletta 43/46
  • Starita, Via Materdei 27 (U-Bahn Haltestelle Materdei)
  • Ettore, Via Santa Lucia 56 (Probieren Sie hier il pagnottiello das ist eine geschlossene Pizza (eine calzone) mit Mozzarella, Schinken und Ricottakäse.)

Die magische Atmosphäre von Neapel kann man auf den Inseln Capri, Ischia und Procida erleben. Man sollte mindestens schon paar Tage einplanen, um die bezaubernden Inseln zu besuchen. Wir empfehlen Ihnen auch eine Fahrt entlang der Küste, auf der 80 Kilometer langen Straße, die Salerno mit Sorrento (einem weiteren wundervollen Ort) verbindet. Der beliebte Urlaubsort Sorrento liegt über Steilklippen an der spektakulären kampanischen Küste. Sie sollten mindestens einen ganzen Tag einplanen, um die komplexe landschaftliche Schönheit, die Klippen, die Panoramasicht über Küste und Meer, tief eingeschnittenen Schluchten und Hängebrücken der Amalfiküste zu bewundern, die 1997 von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurden.

Sorrento

Fest der Heiligen Anna in Sorrento: Das italienische Fischerdorf Sorrento nahe Neapel widmet jährlich ein spektakuläres Feuerwerk der Schutzpatronin des Ortes, der Heiligen Anna: Den Tag über finden Prozessionen begleitet mit Musik statt und kleine Stände versorgen die Gäste mit verschiedenen kulinarischen Köstlichkeiten. Die Besucher der Tour kühlen sich beim Schwimmen während des Sonnenuntergangs in der alten römischen Villa des Ortes ab, bevor sie von einem Boot aus einen einzigartigen Ausblick auf die Küste und das Feuerwerk haben. Mit einem Drei-Gänge-Menü und Champagner wird der Abend dann zum Ausklang gebracht.

Amalfi

Amalfi ist die Stadt, die der Küste von Positano bis Vietri sul Mare den Namen Amalfitana (dt. Amalfiküste) gegeben hat. Die Amalfiküste umfasst auch die Orte Cetara, Maiori, Minori und Conca dei Marini. Sie ist eine Küste, die an landschaftlicher Schönheit und atemberaubenden Ausblicken von keiner der anderen Küsten des Mittelmeerraumes überboten werden kann. Natürlich ist eine der schönsten Küsten der Welt auch eine der teuersten Küsten der Welt – zumindest wenn sie seit mehr als hundert Jahren von Prominenz aus Politik, Kultur und Wissenschaft regelmäßig besucht wird.

Die Küste ist auch in den Top-Ten Reisezielen der wohlhabenden US-amerikanischen Reisenden aufgeführt, was zu sehr hohen Preisen geführt hat.

Amalfi war zur Zeit des Mittelalters eine Seestadt, die zu den mächtigsten Italiens gehörte, vergleichbar mit Venedig, Genua oder Pisa. Wahrzeichen der Stadt ist der Dom aus dem 9. Jahrhundert. Beachtenswert ist die Bronzetüre des Doms (im Jahr 1066 in Konstantinopel von einem Meister namens Simeon aus Syrien gegossen) sowie der arabisch-normannische Stil, den der Dom ab dem Jahre 1203 durch Umbauten erhalten hat. Die Mosaike stammen aus venezianischen Werkstätten. Beeindruckend ist die große Freitreppe, die vom Dom hinunter auf den Domplatz führt, auf dem ein barocker Brunnen mit der Figur des heiligen Andreas steht. Erwähnenswert ist in Amalfi das große Kapuzinerkloster, das “ Convento dei Cappuccini“, erbaut im Jahre 1212 und heute ein Hotel in traumhafter Lage, mit verwunschenen Gärten und einer atemberaubenden Aussicht.

Weitere interessante Reiseziele

Kampanien hat natürlich noch mehrere interessante Orte als nur die bislang genannten. Wir möchten Sie daran erinnern, dass der echte kampanische Mozzarella – der mozzarella di bufala campana ist, seit 1993 eine geschützte Herkunftsbezeichnung – im fruchtbaren Volturno-Tal zwischen Salerno, Eboli und Paestum aus echter Büffelmilch hergestellt wird.

Ungefähr 100 Kilometer von Neapel entfernt befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe Cilento. Cliento ist zwar dem meisten Urlaubern unbekannt aber ein echter Geheimtipp für alle, die auf der Suche nach einem ursprünglichen Italien sind. Die Sandstrände mit ihren faszinierenden Buchten und dem kristallklaren Meer versprechen den Touristen viel Spaß und Erholung.

Außerdem lohnt es sich auch, einen Ausflug in die Berge Kampaniens zu machen. Ob im Sommer oder Winter – die Gipfel sind zu jeder Jahreszeit sehenswert.

Und nicht zuletzt wollen wir Ihnen vorschlagen, einen Ausflug zu den archäologischen Ausgrabungsstätten von Pompeji und Ercolano zu machen oder die Villa Marittima Romana von Minori zu besichtigen. Nirgendwo anders ist eine Zeitreise in die Antike besser möglich als in der Gegend um Pompeji. So schrieb Goethe 1787 nach einem Spaziergang durch die soeben erst ausgegrabenen Gassen Pompejis leichtfertig: „Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte.“ Der Dichter erblickte damals freilich nur Tempel, Wohnhäuser, Läden, Lokale und Badeanlagen mit ihren großartigen oder schlüpfrigen Fresken, Mosaiken und Skulpturen – und auch davon bloß einen Bruchteil der seither gefundenen Kostbarkeiten. Wie grässlich jedoch der Tod im Schatten des Vesuv gewesen sein musste, konnte er damals nicht erkennen. Der Vesuv ist der einzige aktive Vulkan auf dem europäischen Festland. Von der Spitze des qualmenden Berges hat mein eine beeindruckende Aussicht auf den Golf von Neapel.

Die Ruinen von Pompeji

Vulkane üben seit jeher eine starke Faszination auf Menschen aus. Früher galten sie als Sitz der Götter, heute weiß man, dass sich das Magma unter der Erde seinen Weg an die Oberfläche sucht. Trotzdem steht der Mensch dem feurigen Mittelpunkt der Erde immer noch mit großem Respekt gegenüber.

Im Jahre 79 nach Christus wurde die Stadt Pompeji Opfer des verheerenden Ausbruchs des Vesuvs. Nachdem sie über 1.700 Jahre unter Vulkanasche und Bimsstein begraben lag, ist die römische Stadt heute die wohl bekannteste Ausgrabungsstätte Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Besucher tauchen bei der Tour durch Pompeji in das frühere Leben der wohlhabendsten Stadt Italiens ein und erleben den Vesuv mit einem Minivan auf 1.000 Meter Höhe.