Sizilien

Schöne Landschaften und gastronomische Köstlichkeiten

Eine Reise nach Sizilien ist Faszination pur: Wer auf Sizilien unterwegs ist, macht immer auch eine Zeitreise. Außerdem findet der Sizilien-Reisende gastronomische Köstlichkeiten, die jeden Gaumen und alle Sinne erfreuen.

Die größte Insel im Mittelmeer ist mit ihrer Hauptstadt Palermo eine autonome Region. Die Insel Sizilien ist gebirgig und von Vulkanismus geprägt. Der Ätna an der Ostküste ist mit seinen 3.300 Metern Höhe der größte noch aktive Vulkan in Europa. Schöne Landschaften und gute Strände sowie viele antike Denkmäler haben den Tourismus in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig auf Sizilien werden lassen. Wer mit dem Auto unterwegs ist und ein bisschen Zeit mitbringt, kann die Insel umrunden: eine Umrundung dauert etwa 930 Kilometer.

Palermo

Aber folgen Sie uns zuerst in die Hauptstadt der Insel: Palermo. Im 8. Jahrhundert vor Christus gegründet, erlebte Palermo vor allem unter der Vorherrschaft der Araber sowie der Normannen eine wunderbare Zeit. Heute ist Palermo Italiens fünftgrößte Stadt und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Siziliens. Man hört viel über diese Stadt und am Anfang kann einen vor allem der Verkehr etwas schockieren. Wenn man aber den chaotischen Verkehr außer acht lässt, dann hat Palermo viel Schönes und Sehenswertes zu bieten.

Monreale

Nur wenig außerhalb von Palermo liegt auf einem malerischen Hügel Monreale. Im Jahre 1174 ließ der Normannenkönig Wilhelm II. hier eine Gotteshaus der besonderen Art und von außergewöhnlicher Schönheit errichten.

Das Antike Theater in Taormina mit Blick auf den Ätna, Sizilien, Italien. Foto: Wikimedia Commons, Public Domain

Taormina

Der meistbesuchte Urlaubsort auf Sizilien
Ende des 19. Jahrhunderts war Taormina das begehrte Reiseziel der oberen Zehntausend. Heute ist das reizvoll gelegene Städtchen aber ganz und gar in der Hand des Massentourismus. mehr +

Foto: Wikimedia Commons, CC0

Weitere interessante Reiseziele

Nur wenige Kilometer gegenüber von Taormina gelegen thront auf einem Felsen Castelmola. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die wunderschöne Umgebung. Einen schönen Blick erhalten Sie auch von dem einige Kilometer entfernt Dorf Forza d’Agrò.

Für einen erholsamen Badetag empfehlen wir Ihnen einen Ausflug in den Ort Sant’Alessio. Auch die normannische Siedlung Savoca ist einen Besuch wert. Dort wurden übrigens mehrere Szenen der Filmtrilogie „Der Pate“ unter der Regie von Francis Ford Coppola mit Marlon Brando (in der Hauptrolle des Paten) gedreht. Bemerkenswert sind auch die Gole dell’Alcantara, charakteristische Schluchten aus Lavastein.

Catania

Glanzpunkt der Ostküste ist zweifelsohne der Ätna, den man mit einer Schmalspurbahn in ungefähr vier Stunden umrunden kann. Auch mit dem Auto ist eine Rundfahrt möglich. Zu Ihrem Ätna-Ausflug starten Sie am besten von Catania aus. Der Ätna ist das immer präsente Wahrzeichen der Stadt. Die Via Etnea zieht sich durch die Stadt und Ausbrüche des Vulkans endeten schon mehrmals in der Stadt. Im Jahr 1669 wurden Teile der Stadt nach einem Vulkanausbruch des Ätna unter Lavaströmen begraben. Ein schweres Erdbeben im Jahr 1693 zerstörte Catania fast vollständig, zusammen mit einigen schönen Dörfern in der Provinz wie Caltagirone (berühmt für seine Terrakotta und Keramikindustrie) und Acireale. Schließlich wurde Catania im Stile des Barocks, der noch heute das Stadtbild prägt, wieder aufgebaut. Die bekanntesten Zeugnisse davon sind der Elefantenbrunnen, der Dom und die Via Crociferi. Aus der normannischen Zeit datiert das Castello Ursino. Ein Amphitheater, aus Marmor und Lavagestein erbaut, war in der Antike mit 7000 Sitzplätzen eines der größten auf Sizilien. Heute ist es teilweise von barocken Gebäuden überbaut.
Eines der wichtigsten religiösen und kulturellen Ereignisse der Stadt stellt das alljährliche Fest zu Ehren der Heiligen Agatha dar der Schutzpatronin der Stadt. Am 5. Februar werden ihre Reliquien auf einem kunstvoll gestalteten Wagen von weißgekleideten Männern durch die Stadt gezogen.

Trotz zahlreicher Sehenswürdigkeiten ist Catania kein typisch touristischer Ort. Es gibt einfach zu viel Verkehr in der Stadt und durch den Ascheregen des Ätnas machen viele Gebäude einen eher schmuddeligen Eindruck. Wer aber gutes Essen und ein lebendiges Nachtleben sucht, der wird hier mehr als zufriedengestellt. Abends werden die kleineren Straßen in der Innenstadt mit den Tischen der Restaurants zugestellt und sind für den Auto-Verkehr nicht mehr passierbar. Die Straßen sind auch später am Abend noch voller Menschen, die das Nachtleben genießen. Tagsüber kann man von Bar zu Bar ziehen und Zwischendurch erfrischt sich der durstige Besucher mit einem Granita, einer Art Sorbet zum Trinken (besonders zu empfehlen ist Mandel mit Schokolade oder Kaffee) und dazu einem Brioche.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die lange Mittagspause von eins bis vier, aber wenn man dies schon im Vorfeld weiß und in den Besuch einplant, ist auch das kein Problem. Mit einem Besuch des Doms oder einer der anderen Sehenswürdigkeiten vergeht die Zeit wie im Fluge. Lohnenswert zu besuchen ist in der Gegend natürlich der Ätna. Wohl jeder hat schon einmal Bilder von den Ausbrüchen und anschließenden Lavaströmen gesehen. Der Besuch des Vulkans ist ein Erlebnis und sollte auf jedem Besuchsplan stehen. Auf der Straße von Etna kann man bis auf eine Höhe von 2000 Meter mit dem Auto fahren. Bis dahin bieten sich schöne Ansichten vom Panorama des Ätnas. Am Ende der Straße finden sich zahlreiche Restaurants, Kioske und eine Seilbahn.

Der mächtigste Vulkan Europas

Der Ätna ist mit über 3.300 Metern nicht nur das Wahrzeichen Siziliens, sondern gleichzeitig der höchste Vulkan Europas und einer der aktivsten der Erde. Bevor die Tour auf den Vulkan führt, geht es zunächst zur Alcantara-Schlucht, die bis zu 20 Meter tief und fünf Meter breit und durch Lavaströme entstanden ist. Weiter geht es für die Besucher zum Rifugio Sapienza, das sich 2.000 Meter über dem Meeresspiel befindet. Von dort aus genießen die Gäste nicht nur den atemberaubenden Blick auf das vulkanische Umland, sondern bekommen vom Guide auch eine Einführung in die Geschichte und Ursprünge des Vulkans.

Siracusa

Der Südosten von Sizilien allein wäre wegen seiner wunderschönen Landschaft und den reizvollen Städten schon eine Reise wert. Siracusa (Syrakus) war in seiner griechischen Zeit im 4. Jh. v.Chr. mit 500.000 Einwohnern eine der größten Städte. Heute ist Syrakus dreigeteilt, wobei besonders der Parco Archeologico und die Altstadt auf der Insel Ortygia sehenswert sind. Das moderne Syrakus kann man getrost auslassen.

Der archäologische Park glänzt mit einigen sehenswerten Höhepunkten: dem Teatro Greco, dem Ohr des Dionysios und dem Anfiteatro Romano. In der Nähe befinden sich noch sehenswerte Katakomben.

Die Altstadt liegt auf einer Insel und wird erreicht über mehrere Brücken. Gleich zu Beginn bestaunt man den Apollo-Tempel. Man spaziert durch enge Straßen und Gassen und erreicht nicht weit entfernt das Rathaus und den Piazza Duomo. Der Dom ist auf den Fundamenten des griechischen Athene-Tempel unter der Einbeziehung alter Säulen erbaut. Die Kathedrale ist ein heiliges Pilgerziel und hat einen imposanten Innenraum. Auf dem Weg zum Castello Maniace kommt man an der Quelle der Nymphe Arethusa vorbei. Im Hinterland von Syrakus ist die Totenstadt Pantàlica mit ihren Grabhöhlen interessant. Durch die Schlucht von Anapo kann man fantastische Wanderungen unternehmen.

Mazarmemi

In der Provinz von Siracusa und Ragusa sind verschiedene Dörfer und Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert. Marzamemi ist ein kleines ehemaliges Fischerstädtchen im äußersten Süd-Osten Siziliens. Die schmalen Gassen haben einen malerischen verträumten Charme, besonders attraktiv sind auch die Strände in der direkten Umgebung von Mazarmemi.

Häufig ist das Wasser kristallklar und auch die Strände sind weißer als jene weiter im Norden, was an der größeren Entfernung zur dunklen Vulkanerde liegt. Sehenswert ist der Fischerhafen und der zentrale Platz mit seiner Kirche, hier kann man sich auch gemütlich in einer der Bars niederlassen.

Donnafugata

Interessant ist auch das sizilianische Schloss von Donnafugata: Das etwas abseits gelegene Kastell aus hellem Kalksandstein verkörpert die etwas morbide Melancholie vieler sizilianischer Sehenswürdigkeiten.
Der Höhepunkt ist jedoch ein echtes Labyrinth im kleinen Schlosspark. Sehenswert ist auch Noto mit seinem Barockdom und einer kleinen Gasse, die beide zum UNESCO Kulturerbe gezählt werden.

Was Sie unbedingt auch wissen sollten: von der großen Domtreppe schauen Sie rechts herab auf eine kleine Bar. Diese Bar ist das Muss für alle Besucher von Noto, die neben der Kultur auch den Genuss nicht außer Acht lassen möchten. Probieren Sie die perfekte Granita al Mandarino (dt. Mandarinensorbet) oder auch das Jasmin- und Roseneis!

Scicli

Viel zu klein, um im Reiseführer zu stehen, ist die Stadt Scicli, in einem hellgelb leuchtenden Kaarsttal nahe am Meer gelegen, voller Kirchen und mit einer sehr schönen, gut gepflegten Altstadt. Auch hier gibt es eine kulinarische Besonderheit. Die Pasticceria Modicana mit Feigen- und Mandelgebäck vom Feinsten (das „richtige“ sizilianische Gebäck ist voll feiner Aromen und nie trocken!).

Modica

Die in der Nähe von Scicli gelegene Stadt Modica ist dagegen größer und man kann dort gut einkaufen. Fragen Sie unbedingt nach der Schokolade von Modica (unter den Geschmacksrichtungen gibt es sogar Peperoncino) und dem Käse caciocavallo ragusano, einem schmackhaften Käse mit seiner charakteristischen Form. Die Schokolade passt vorzüglich zu einem duftenden Nero d’Avola.

Selinunte

Der Südwesten Siziliens, der von Touristen seltener besucht wird, hat durchaus auch Attraktionen zu bieten. Zum Beispiel die Ruinen von Selinunte. In Selinunte hat man nicht wie anderenorts die Tempel publikumswirksam aufgebaut oder ihnen wohlklingende Namen gegeben. Die Ruinen der Tempel tragen Buchstaben und nur zwei der Bauwerke liegen nicht in Trümmern. Den Tempel E und die Akropolis kann man in ihrer alten Pracht bewundern.

Segesta

In Segesta ist ein unvollendeter Tempel mit 36 dorischen Säulen und ein antikes Theater mit umliegenden Ausgrabungen zu besichtigen. Inmitten einer herben Landschaft ist der Tempel von Segesta ein beliebtes Fotomotiv. Von der angrenzenden Panoramastraße hat man einen herrlichen Blick zum Tempel und später vom Theater auf die Umgebung bis hin zum Meer.

Agrigento

In Agrigento ist es möglich, neun noch teilweise sehr gut erhaltene Tempel zu sehen und nicht nur aus diesem Grund ist das antike Akragas der Höhepunkt des Tempeltourismus auf Sizilien. Im Tal der Tempel –Vallee dei Templi – ist der Concordia-Tempel (Tempio della Concordia) wohl der Schönste von allen. Der im Jahre 579 in eine Kirche umgewandelte Tempel ist noch unversehrt und sein Anblick beeindruckend.

Auch der Junotempel (Tempio di Giunone) und der Herkulestempel (Tempio d’Ercole) haben von ihrer Schönheit nichts eingebüßt. Die anderen Tempel sind größtenteils zerstört, aber man kann ihre ursprünglichen Ausmaße noch gut erkennen. Das Hauptgesims des Jupitertempels (Tempio di Giove) wurde von zwanzig Meter hohen Säulen getragen, zwischen denen Kollosalstatuen als Gebälkträger – sogenannte Telamonen – standen. Einer dieser 7,5 m großen Riesen liegt als Kopie vor der Ruine des Tempels.

Sciacca und Mazara

Empfehlenswert ist auch ein Besuch der Hafenstädtchen von Sciacca und Mazara. Sciacca liegt etwas erhöht auf einem Hügel, was einen sehr schönen Ausblick auf das Meer erlaubt. In dem kleinen Hafen liegen die Fischerboote vor Anker.

Erice

Im Westen Siziliens liegt Erice. Das Besondere an Erice ist, dass sich das Ortsbild des Städtchens seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die ehemals phönizische, später griechische Stadt Erice hat eine unvergleichlich schöne Lage auf dem 750 Meter hohen Eryx-Berg. Das Wahrzeichen von Erice ist die Ruine des Normannenkastells mit dem davor liegenden Aragonesenkastell. Die Aussicht von dort auf die Umgebung ist fantastisch und das Schlendern durch die Altstadt mit ihren gepflasterten Gassen ein Genuss.

San Vito Lo Capo

Im äußersten Nordwesten Siziliens liegt das kleine Städtchen San Vito Lo Capo, das an das malerische Naturschutzgebiet „Riserva dello Zingaro“ grenzt. Die Stadt wird auch die Stadt des Cous Cous genannt, ein Gereicht das aus der Zeit der Sarazenen stammt, welche ab 826 n. Chr. zuerst den Westen der Insel erobert hatten und später die gesamte Insel einnehmen konnten.

Besonders attraktiv ist der antike Hafen der Stadt, welcher bis in die heutige Zeit ein arabisches Flair behalten hat. An der Nordküste mit ihren steil ins Meer abfallenden Bergen und den schönen Sand- und Kiesstränden (zwischen Cefalú und Milazzo) kommen Badefreunde auf ihre Kosten.

Cefalu

Die Stadt Cefalu liegt östlich von Palermo und lässt sich bequem von dort erreichen. Schon wenn man von der Küste auf Cefalu blickt, bekommt man das Panorama zu sehen. Der erste große Normannendom auf Sizilien, die Kathedrale in Cefalu, hat im Inneren grandiose byzantinische Mosaiken zu bieten. Ideal für eine Pause sind die zahlreichen Cafés auf der Piazza del Duomo. Von dort kann man das Treiben auf dem Platz beobachten und hat die beste Aussicht auf die Kathedrale und das darüber liegende normannische Kastell. Die Altstadt von Cefalu lädt obendrein zum gemütlichen Bummeln ein.

Quelle: Sprachenlernen24